Veröffentlicht von Michael Emaschow

Michael ist Gründer und Geschäftsführer bei Papershift. Er kümmert sich darum unsere Kunden glücklich zu machen und behält dabei aber den Überblick über die Entwicklung und das Wachstum von Papershift.

Geringfügig Beschäftigte: Worauf Arbeitgeber achten müssen

Für Gewerbebetriebe sind geringfügig Beschäftigte eine gute Möglichkeit um flexibel auf Schwankungen des Personalbedarfs zu reagieren. Auch bei Arbeitnehmern sind diese sogenannten „geringfügige Minijobs“ ausgesprochen beliebt: Sie üben den Minijob oft als Nebentätigkeit aus. Außerdem haben Studenten, Rentner und Bezieher von Arbeitslosengeld I oft 450-Euro-Jobs.

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Was ist eine geringfügige Beschäftigung?

Als geringfügig beschäftigt gilt ein Arbeitnehmer, der maximal 450 Euro im Monat verdient. (Eine alternative Form stellt die „kurzfristige Beschäftigung“ dar. Mehr dazu finden Sie im entsprechenden Lexikonartikel) Die jährliche Lohngrenze für diese Minijobs liegt bei 5.400 Euro. Davon abgesehen ist die geringfügige Beschäftigung ein Teilzeit-Arbeitsverhältnis mit gesetzlichen Kündigungsfristen, Urlaubsanspruch und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Weiterhin erhalten geringfügig Beschäftigte Feiertagsvergütung.

Lohnabrechnung geringfügig Beschäftigte
Mit wiederkehrenden Abrechnungen zum Monatsende können Sie die Lohngrenzen des geringfügig Beschäftigten immer im Auge behalten.

 

Seit Anfang 2013 gibt es keine Beschränkung der wöchentlichen Arbeitszeit für geringfügig Beschäftigte mehr. Dadurch kann der Arbeitgeber die Arbeitszeiten individuell festsetzen. Allerdings darf er den Minijobber nicht öfter als drei Monate für jeweils mehr als 450 Euro monatlich beschäftigen. Wenn er das dennoch öfters tut, muss er sich an die jährliche 5.400 Euro-Verdienstgrenze halten.

Eine Ausnahme stellen Werkstudenten dar. Sie dürfen während des Semesters höchstens 20 Stunden versicherungsfrei in einem 450 Euro-Job beschäftigt werden. Dieselbe Stundenanzahl gilt für Pflicht-Praktikanten. Dahingegen dürfen Werkstudenten in den Semesterferien auch 40 Stunden (oder mehr als 20 Stunden) pro Woche arbeiten. Dann müssen sie aber die regulären Abgaben wie für einen Normalbeschäftigten leisten.

Minijobber haben die Möglichkeit, sich von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. (Hier gehts zum Formular der Minijob-Zentrale) Hat der Minijobber noch einen sozialversicherungs- und steuerpflichtigen Hauptjob in einem anderen Unternehmen, behält der Arbeitgeber von seinem Bruttoarbeitsentgelt 2 Prozent Pauschalsteuer ein. Sie umfasst Lohn- und Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag.

Ist das Arbeitsverhältnis sein zweiter Nebenjob, wird er nach Steuerklasse 6 versteuert. Arbeitgeber haben für ihre gewerblichen geringfügigen Beschäftigten Pauschal-Beiträge in Höhe von 13 % für die gesetzliche Krankenversicherung und 15 % für die gesetzliche Rentenversicherung an die Knappschaft zu bezahlen. Letzteres gilt für Minijobber, die nicht rentenversicherungspflichtig sind. Ansonsten entrichtet der Arbeitgeber den normalen Beitragsanteil zur Rentenversicherung.

Welche Vorteile bietet die geringfügige Beschäftigung für Arbeitgeber?

Arbeitgeber können dank der flexiblen Arbeitszeitregelung über ihre Minijobber frei verfügen: Fällt Stammpersonal krankheitsbedingt aus oder muss wegen eines Großauftrags oder aus saisonalen Gründen Mehrarbeit geleistet werden, ist der kurzfristig zur Verfügung stehende geringfügig Beschäftigte die optimale Lösung ihres Personalproblems.

Arbeitszeiterfassung geringfügig Beschäftigte
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Wie melde ich geringfügig Beschäftigte an?

Gewerbe-Unternehmen melden die geringfügig Beschäftigten nach Unterzeichnung des schriftlichen Arbeitsvertrages bei der Knappschaft an. Danach erhalten sie eine Aufstellung über die von ihnen zu zahlenden Steuern und SV-Beiträge. Außerdem sind Betriebe seit kurzem laut Mindestlohn-Gesetz verpflichtet, auch Minijobs genau zu dokumentieren. Sie müssen die vom Minijobber täglich geleisteten Arbeitsstunden sowie Beginn und Ende der Arbeitszeit schriftlich in einem Stundennachweis festhalten. Die monatliche Lohnabrechnung erfolgt aufgrund dieser Angaben.

Um der gesetzlichen Dokumentationspflicht nachzukommen, ist es ratsam, für den Beschäftigten auch noch ein Jahresarbeitszeitkonto anzulegen. Damit kann überprüft werden, ob die Jahreslohngrenze eingehalten wird. Arbeitnehmer, die sich über die Minijob-Zentrale von der Rentenversicherungspflicht befreien ließen, sind verpflichtet, das entsprechende Formular bei ihrem Arbeitgeber abzugeben. Außerdem muss der Arbeitgeber darüber informiert sein, ob der Beschäftigte noch weitere Arbeitsverhältnisse hat.

 

Titelbild: Joanna Boj

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